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Sodom und Gomorrha am Küniglberg?

Niko & Felix · 27. Juni 2026 · 24 Min.

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Worum es geht.

Niko und Felix diskutieren Auftrag, Finanzierung und Organisation des ORF. Sie sind sich über mögliche Einsparungen nicht einig und sprechen über Nachrichtenangebote, Freundeskreise und verlorenes Vertrauen.

Redaktionell zusammengefasst aus der Folgenbeschreibung.

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"Beim ORF herrschen Sodom und Gomorrha." Den Satz hat ein Gast in einer früheren Folge fallen lassen, und er ist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Also habe ich mir Felix geschnappt, und wir haben uns den ORF vorgenommen, kurz nachdem Clemens Pig zum neuen Generaldirektor gewählt worden ist.

Felix steigt gleich mit der steilen These ein: Einen großen Teil des ORF könnte man abschalten, es würde keinem fehlen und uns Millionen an Steuergeld sparen. Ich sehe das anders, und genau daran entlang läuft das Gespräch. Was soll ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk eigentlich leisten? Brauchen wir die ZiB noch, wenn jede Nachricht ohnehin in Echtzeit am Handy liegt? Und warum genießen die Landesstudios vergleichsweise so hohes Vertrauen?

Wir reden über die Haushaltsabgabe und den verschwundenen Länderzuschlag, über die Spitzengehälter im Transparenzbericht, über Stiftungsräte und ihre Freundeskreise, und am Ende über das, was wirklich wiederhergestellt werden muss: Vertrauen.

Eine Folge mit teils kontroversen Meinungen, aber ohne den ORF abzuschreiben. Im Gegenteil. Wir sind beide der Ansicht, dass dieses Land einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk braucht.

Ungekürzt und ungeschnitten. Viel Vergnügen.

00:00:00 Beim ORF herrschen Sodom und Gomorrha

00:00:45 Einen großen Teil des ORF könnte man heute abschalten

00:01:52 Wozu brauchst du die ZiB heutzutage?

00:04:57 Wenn der ORF mehr wie die APA wäre

00:09:00 Wir sperren den Küniglberg zu

00:16:01 Die Stiftungsräte und ihre Freundeskreise

00:17:55 Wiederhergestellt werden muss das Vertrauen

00:22:29 Lieber ORF, es braucht nicht viel Geld für gute Unterhaltung

Kapitel.

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  1. 0:00Beim ORF herrschen Sodom und Gomorrha
  2. 0:45Einen großen Teil des ORF könnte man heute abschalten
  3. 1:52Wozu brauchst du die ZiB heutzutage?
  4. 4:57Wenn der ORF mehr wie die APA wäre
  5. 9:00Wir sperren den Küniglberg zu
  6. 16:01Die Stiftungsräte und ihre Freundeskreise
  7. 17:55Wiederhergestellt werden muss das Vertrauen
  8. 22:29Lieber ORF, es braucht nicht viel Geld für gute Unterhaltung

Das Gespräch zum Lesen.

Automatisches, noch nicht redaktionell korrigiertes Transkript. Namen und einzelne Wörter können fehlerhaft sein. Die Zeitlinks führen ungefähr an die jeweilige Stelle.

0:00

Beim ORF herrschen Sodom und Gomorra. Das hat ein Gast von einer vorherigen Podcast-Folge mal hier gesagt. Ich sitze hier mit Felix und heute diskutieren wir, jetzt nachdem der ORF seinen neuen Generaldirektor Clemens Pig erfolgreich gewählt hat, über den ORF und unseren Blickwinkel auf den ORF. Was sollte so ein Staatsfunk, wie ihn seine Gegner nennen oder öffentlich-rechtlicher Rundfunk, wie er korrekterweise heißt, leisten? Und was ist die tatsächliche Situation? Felix, wie oft nutzt du bewusst und vielleicht unbewusst, vielleicht sollte man unterscheiden, den ORF?

0:45

Bewusst nutze ich den ORF, wenn Fußball-Weltmeisterschaft ist. Unbewusst haben wir bei der Vorbereitung zu dieser Episode bemerkt, wohl viel öfter als gedacht. Unbewusst wohl mehrmals täglich. Und wenn wir das in der heutigen Folge herausbekommen, dann haben wir vermutlich einen gewissen Bildungsauftrag erfüllt. Dennoch möchte ich die These in den Raum stellen, einen großen Teil des ORF könnte man heute abschalten, es würde keinem fehlen und uns wahrscheinlich Millionen an Steuergeldern sparen. Das sind harte Worte. Kurz zu dem Thema. Zum ORF zählt ja nicht nur ORF 1, ORF 2, ich glaube, das sind die bekanntesten, sondern natürlich auch die Radios und die Social-Media-Kanäle diverse, Digitalformate und natürlich das Streaming-Dienst online.

1:33

Was würdest du abschaffen wollen? Alles, was analog ist und alles, was keinen unmittelbaren interaktiven Mehrwert liefert. Also auch die ZIP? Ja. Wieso? Wozu? Wozu brauchst du die ZIP heutzutage? Früher, früher, als Medien noch nicht in Echtzeit jede Sekunde verfügbar waren, also es noch kein Internet gab, da war es wesentlich, dass du dich einmal am Tag oder mehrmals täglich mit Nachrichten versorgen konntest.

2:08

Heute, wo etwas passiert und fünf Sekunden später muss der erste Live-Ticker draußen sein und alle haben es gehört, ist die Aktualität der Information so viel wesentlicher, als dass sie in einem aufgearbeiteten Format von einem Moderator runtergelesen wird. Also deine Kritik ist im Wesentlichen an der Form, dass man, also ich schätze mal, älteres Zielpublikum schaut den ORF noch analog, lineares, oder wie es offiziell heißt, lineares Fernsehen. Lineares Fernsehen habe ich zum letzten Mal, wenn ich so drüber nachdenke, da muss ich wirklich echt lange drüber nachdenken, wann ich das zuletzt...

2:49

Ah, ja, ich war vor drei Wochen, glaube ich, in Salzburg bei meiner Familie, da lief im Hintergrund, wo wir geredet haben, irgendwas im Fernsehen, da habe ich es bewusst wahrgenommen oder lineares Fernsehen geschaut. Ja, weil es ja im Hintergrund läuft. Ja, ich eigentlich aufwärmend dann abgedreht auch. Aber sonst ist mein bewusster Konsum online oder Streaming und das ist in 90% der Fällen bei der ZIP beruflich bedingt. Beziehungsweise, wo es mir jetzt auch einfällt, ich habe die Presse- bzw. Krone-App, wenn dort Berichterstattungen über das ist, wenn etwas live in der ZIP passiert.

3:26

Also, die Frage ist halt, was würdest du für alternative Formen von News konsumieren? Weil ich glaube nicht, dass unsere Position ist, oder meine Position ist es auf jeden Fall nicht, dass wir grundsätzlich keinen öffentlich-rechtlichen Rundfunk haben sollten in dem Land. Weil das würde ja dazu führen, dass es effektiv nur mehr Privatsendungen oder Privatfernsehen geben würde. Und ich würde hier genug Beispiele aufführen können, wo ist das Beispiel USA und wohin das führen kann. Unabhängige Information ist wichtig.

4:02

Ist der ORF in seiner Informationsaufbereitung und Präsentation tatsächlich unabhängig? Das weiß ich nämlich nicht. Ich glaube, man muss unterscheiden zwischen unabhängig und unabhängig genug und politisch ausgeglichen. Weil das sind zwei verschiedene Begriffe. Weil unabhängig heißt ja nur, dass deine Redaktion, ohne dass dir von externen wer reinredet, wie von deiner Direktion oder vorgegeben wird, welche Begriffe du verwenden darfst, dass du eine Redaktionsfreiheit hast.

4:37

Ausgewählte Fundstelle · ca. 4:37

Das würde ich als unabhängig verstehen. Ob deine Inhalte politisch ausgeglichen sind, und das ist aus meiner Sicht schon die Aufgabe eines öffentlich-rechtlichen Rundfunkes, dass sie seine Bevölkerung, also die, die mit ihrem Beitrag das Ganze finanzieren, in einer entsprechenden Form abbildet. Ich sagte jetzt was. Das ist nämlich lustig, gerade wenn man jetzt schaut, wer der neue Generaldirektor des ORF wird. Ich glaube, die APA ist tatsächlich das Tool, was am meisten einer Aufbereitung oder einer politisch ausgeglichenen Gestaltung gleichkommen würde.

5:21

Und wie ich meine öffentliche Berichterstattung vorstellen würde. Ich weiß es nicht, es ist kein B2B-Tool am Elf-Hertag. Nein, darum geht es mir ja gar nicht. Es geht mir darum, du hast OTS, wo jeder seine Informationen hineinladen kann. Da kannst du einfach die Presseersendungen lesen. Keiner tut es, aber du kannst dort die Presseersendungen lesen. Ich wollte gerade sagen, das liest ja kein Mesh. Und du hast aber daneben auch die Redaktion, die dann ausgewählte Inhalte aufgreift und behaupte ich jetzt sehr ausgeglichen aufgreift. Also wenn der ORF mehr wie die APA wäre, dann wäre das vermutlich interessant.

5:58

Und da ist jetzt die Personalentscheidung natürlich dann auch sehr passend dazu. Also du bist ein Fan von Clemens Beek? Ich bin gerade aufgrund dieses Gedankens ein Fan von seiner Besetzung geworden, so er denn in der Lage ist, in diesem Moloch-ORF eine solche Reform umzusetzen. Ich glaube aber nicht, dass das ist, was er vorhat. Was glaubst du, was er vorhat? Willst du mir das sagen, Nico? Ich glaube, was er vorhat, hat er vor dem ORF-Stiftungsrat, dem Gremium, das ihn gewählt hat, recht gut dargelegt. Und da waren verschiedene Punkte drinnen.

6:34

Ein wesentlicher Blog ist mehr digital oder wie es in der Zeitungsberichterstattung gestanden ist, mehr TikTok. Das ORF-TikTok mag ich übrigens auch nicht. Oh, das ist aber schade. Ich habe kein TikTok, somit kann ich das nicht beurteilen. Finde ich einen furchtbaren Kanal an dieser Stelle. Aber ein Großteil der jungen Zielgruppe, zum Beispiel meine Kollegen, die da drüben sitzen, schauen anscheinend viel TikTok. Und wenn sie den ORF konsumieren, dann konsumieren sie ihn entweder in dieser Form oder über irgendwelche große Ereignisse, aber dann auch nicht mehr linear oder in den seltensten Fällen vielleicht irgendwo in einer Bar, wenn man Public Viewing macht, linear, sondern über den Online-Streamer.

7:19

Heißt, der wesentliche Punkt, der natürlich vor allem, vor dem alle großen Medienhäuser stehen, ist, wie geht man mit den Online-Streaming-Diensten Netflix, Amazon Prime etc. um? Was ist die Antwort darauf? Wie bereitet man regionale und lokale Inhalte auf? Und da kommen wir gleich zum nächsten wichtigen Punkt. Regionale, lokale Inhalte stärken. Weil wir beim ORF immer viel von Vertrauen reden. Die Leute unterscheiden, und das ist auch durch Umfragen belegt, dazu gerne meine Folge mit Christoph Haselmayr nachher, dass die Landesstudios bzw. die regionalen Radiostudios wesentlich höhere Vertrauenswerte genießen, nämlich von ungefähr zwei Drittel der Bevölkerung vertrauen denen im Vergleich zum Königlberg.

8:12

Dort liegt die aktuelle Vertrauensrate unter 20%. Das sind die zwei wesentlichen Punkte. Und die dritte Säule, die Frust auf den aktuellen Ereignissen, die dort basiert sind. Vom Rücktritt von Rolly Weismann, von den Pensionsrückstellungen für Führungspersonal, für fragwürdige Führungsstile, weswegen Geschäftsführer von Tochtergesellschaften freigestellt wurden und, und, und, und, und.

8:48

Heißt, wenn man es in drei Worten zusammen, oder drei, drei, in ein paar Schlagworten zusammenfüßig müsste, wäre es mehr digital, mehr Regionalität und mehr Transparenz. Also wir sperren den Königlberg zu, machen allen Online-Content in den Regionalstudios und als Pflegeprojekt, als PR-Maßnahme, dürfen die lokalen Berichterstattungen weiter existieren. Ich stelle mir gerade vor, wie du als, ich weiß nicht, Kommunikationschef oder sowas beim ORF arbeitest und wie ein Bekannter von mir dann in die Situation kommst, dass der Redaktionsrat einen Protest schreiben würde, die gegen mich aufsetzen.

9:32

Herr Generaldirektor Pick, ich wäre zu haben. Wenn Sie, wenn du das anhörst, ich wäre zu haben, ich bin auch nicht so teuer. Ja, wäre sicher unterhaltsam. Also ich bin mir sicher, der ORF würde über die Ereignisse, würde man, würdest du dort arbeiten, dann ein regional aufbereitetes Satireprogramm gestalten. Ja, also um jetzt wieder eine gewisse Ernsthaftigkeit zurückzubringen, wir haben uns ja angeschaut im Vorfeld die Zahlen der Zuschauer oder die Einschaltquoten, weil was ich mir nicht vorstellen konnte ist, dass das überhaupt wirklich noch jemand schaut.

10:18

Also jetzt so die Zuhörerinnen, Zuhörer, schaut ihr noch Dancing Stars? Gibt es die große Chance noch? Trauert irgendjemand Starmania nach? Ich nicht. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass solche Dinge aus meinem Freitagabend draußen sind. Und wozu? Ja, man kann auch nicht, man kann es teilweise aber nicht wirklich eine aus der Datenaufbereitung herauslesen, wie die Altersaufteilung ist. Aber ich würde jetzt mal mich aus dem Fenster lehnen und behaupten, die Zuschauerzahlen sind in älteren Zielgruppen wesentlich höher als in jüngeren Zielgruppen.

11:00

Und die Sendungen, die du da gerade erwähnt hast, ja, ich glaube, die habe ich in meiner Jugend zuletzt bewusst mir angeschaut, also bewusst. Wenn sich 700.000 Menschen wirklich die erste Folge einer neuen Staffel Dancing Stars noch immer anschauen, dann müssen wir wirklich eine Diskussion darüber führen, ob ein uneingeschränktes Wahlrecht sinnvoll ist oder ob man eine gewisse Eignungsprüfung zur demokratischen Partizipation ablegen sollte. Gut, ich glaube, du wärst ein hervorragender Berater für jeden Chef des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

11:41

Mit dieser Aussage. Nein, drehen wir es wieder, drehen wir es wieder auf die Sachen, wo wir sagen, dafür braucht es den ORF. Ja, ich bin wirklich ein Freund davon, dass die blaue Seite existiert. Ich finde es sehr gut, dass es einen Ort gibt, wo Information zusammengesammelt worden ist, oder wo Information zusammengesammelt wird. Und wenn man jetzt ein bisschen Upper Flair da hineinbringt und das Ganze schön sachlich gestaltet, dann gewinnst du damit vielleicht nicht gegen ein Boulevard-Medium, aber du hast die stärkste Seite, du hast die zugriffstärkste Seite des Landes, was Information angeht und du kannst dort vielleicht ein Echtzeitsinformationssystem etablieren, das einen Mehrwert bringt, wenn es um Informationsbesorgung oder Beschaffung geht.

12:33

Das würde ich mir wünschen. Das wäre ein echter Mehrwert, den ein Staatsfunk bieten sollte. Ich meine, es ist ja auch so, wir zahlen ja mittlerweile einen Pflichtbeitrag. Also es ist ja nicht so, dass du sagen kannst, na gut, der ORF, lass man sein. Ich interessiere mich nicht dafür, ich baue mein Autoradio aus, dann kann ich ihn nirgends empfangen. Und gut ist, du hast eine Haushaltsabgabe mittlerweile. Du vermisst also die GIS. Ich vermisse die GIS insofern, dass ich damit keine Berührungspunkte habe, weil in meinen Studentenzeiten, die von meinen Eltern gezahlt worden ist.

13:08

Ja, das war bei mir auch so, als ich im Studentenheim eingemietet war und vor der Situation gekommen bin, dass ich tatsächlich den GIS-Brief bekommen habe, dann die Heimleitung gefragt habe, wie ich damit umgezählen, die mir geantwortet haben, ja, vergessen Sie, Sie müssen keine GIS zahlen, das zahlt das Haus. Was ganz gut vor Augen führt, wie diese Behörde operiert hat. Ich nenne sie jetzt bewusst eine Behörde. Also ich bin eben schon froh, dass es die GIS nicht mehr gibt, weil ich glaube, es gibt wenige Institutionen, die so ein Hassobjekt in der Bevölkerung waren.

13:44

Auf der einen Seite und auf der anderen Seite muss man auch dazu sagen, nur weil man jetzt kein TV hatte oder kein Radio hatte, war man ja trotzdem in der Lage, den ORF am Handy mit Internet und Streaming zu empfangen. Man konnte ja trotzdem ihn konsumieren und haben ihn auch viele Leute konsumiert, die sogenannte Streaming-Lücke. Insofern, ja, dann war es schon fair, eine Haushaltsabgabe einzuführen und immerhin pro Kopf kostet sehr weniger, als die GIS gekostet hat.

14:23

Richtig. Und die Alternative zur GIS wäre, realistischerweise, wenn man einen ORF haben möchte, eine Finanzierung zu einer Abgabe, wäre realistisch eine Finanzierung aus dem Staatshaushalt, der natürlich das jetzt auch nicht eins zu eins machen würde, sondern realistischerweise auch über die Steuer sich reinholen würde. Aber weißt du, was ich am spannendsten gefunden habe an dieser Haushaltsabgabe? Früher war ja auf der GIS dann noch die Länderabgabe drauf, dieser Länderzuschlag.

14:58

Wie der auf einmal überall verschwinden konnte, kaum war es ein populistisches Thema, dass diese Gebühr jetzt jeder zahlen muss und kaum wurde transparent dargestellt, wer sozusagen die höchsten Länderzuschläge hat. Tja, da kann man leicht im System sparen, offensichtlich beim ORF. Offensichtlich sorgt Transparenz dafür, dass der Spardruck steigt. Also, glaube ich, sieht man auch, wenn man sich den ORF-Transparenzbericht anschaut, wo ja die Spitzengehälter dargestellt werden müssen, seit mehreren Jahren. Und deshalb auch medial diskutiert, warum gewisse Hauptabteilungsleiter beziehungsweise Direktoren für einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk teils absurd hohe Gehälter haben.

15:46

Und absurd hohe Gehälter ist aus meiner Sicht begründet, wenn sie mehr verdienen oder gleich viel verdienen wie der Generaldirektor. Das kannst du ja keinem Menschen erklären, dass das irgendwie gerechtfertigt ist. Das kannst du keinem Menschen erklären, wenn wir bei der Aussage sind, sollen wir noch über die Stiftungsräte sprechen und ihre Freundeskreise? Ah ja, die NEOS fordern die Entpolitisierung des Aufsichtsratsgremiums. Also, zur Erklärung. Der OEF ist eine Stiftung öffentlichen Rechts.

16:23

Er hat somit einen Stiftungsrat. Diese Stiftungsräte fungieren, wie es in großen Unternehmen auch notwendig ist, ähnlich wie einem Aufsichtsrat. Ich sage ähnlich, weil sie unterliegen nicht denselben Vorgaben und Regeln, denen Aufsichtsräte unterliegen. Weil würde ein Aufsichtsrat hergehen, sage ich mal, ein Aufsichtsrat der erste Group und einen Beratervertrag mit der Raiffeisen abschließen. Ich glaube, jedem Menschen und vor allem den Banken würde klar sein, dass das niemals zusammenpasst.

17:02

Und das würde auch niemals erlaubt sein. Im OEF ist das aber offensichtlich zulässig. Ich meine, der zuständige Stiftungsrat ist mittlerweile nicht mehr Stiftungsrat, er ist zurückgetreten. Es wurde aber offensichtlich genehmigt. Es hat lange genug funktioniert, ja. Völlig absurd. Ein Kabinett an Absurditäten und viele Möglichkeiten zu sparen. Nico, wenn du der persönliche Berater des neuen OEF... Ja, das wirst du werden. Wenn du der persönliche Berater wärst.

17:38

Ich möchte Kommunikationschef werden. Wenn du der persönliche Berater wärst und mit ihm seine Themenschwerpunkte evaluieren müsstest. Was sind die wichtigen Schwerpunkte und warum müssen wir deswegen die Studios am Königlberg zusperren? Also die Meinung, dass man alle Studios am Königlberg zusperren müsste, die teile ich nicht. Das ist deine Einschätzung. Die kannst du auch gerne nochmal darlegen, warum man das machen müsste. Ich würde aber ganz klar sagen, das Wesentliche, was wiederhergestellt werden muss, ist Vertrauen. Vertrauen in eine öffentliche Einrichtung, die von Geld der Staatsbürger finanziert wird.

18:21

Die den Eindruck haben, dass mit diesem Geld, speziell von den Führungspersönlichkeiten, deren Gehälter nochmal transparent aufgelistet sind und deren Aufsichtsrat höchst interessant gestaltet ist in seiner jetzigen Form, da wäre es wichtig, gemeinsam mit der Politik die notwendigen Reformen anzugehen. Was nicht einfach sein wird, weil erhebliche Anteile von Seiten der Politik ein hohes Interesse daran haben, dass die Dinge sich möglichst langsam verändern und wenn man jetzt auf die aktuellen Umfragen, auf die nächsten Jahre und die Wahlen schaut, die Partei noch ziemlich unterschiedliche Vorstellungen davon haben,

19:16

beziehungsweise wie es nach einer Nationalratswahl vielleicht aussehen könnte, unterschiedliche Vorstellungen haben und das sich in einer Bialenz erändern könnte. Also umfassende ORF-Reform auf politischer Seite vor GTA VI eher nicht. GTA VI konnte demnächst. Ja, die Frage. Gibt es ein Release-Datum mittlerweile. Das heißt, umfassende politische Reformen vor GTA VI eher nicht. Möglichkeiten des Gestaltungsspielraumes, um regionaler zu werden, um mehr auf das Streaming zu setzen, um damit konkurrenzfähiger zu werden gegenüber privaten Medien eher schon.

19:56

Die sind da. Wie das genau zu gestalten ist zwischen Zeitungen, Privatfernsehen, öffentlich-rechtlichen, das überlasse ich gerne Medienrechtsexperten, Medienexperten, aber die Möglichkeiten sind da und es ist wichtig, dass sie genutzt werden, weil sonst kommen wir natürlich irgendwann an den Punkt, wo man sagen muss, wenn die Zuschauerzahlen von Stamenia sinken immer weiter und die jungen Leute den ORF in seiner derzeitigen Form immer weniger konsumieren, was eine Frage der Zeit ist.

20:33

Also das wird passieren. Das weiß der ORF. Deshalb werden ja auch korrekte Maßnahmen gesetzt. Die Frage ist, ob sie in dem Ausmaß erfolgreich haben, dass die Rechtfertigung für den ORF erhalten bleibt. Aber man muss auch sagen, es ist nicht die erste Reform, die der ORF geschafft hat. In den 1995 wurde eine erhebliche Reform des ORFs gemacht, als klar war, dass das Monopol fallen wird, dass es Privatsinn ergeben wird. ORF hat immer noch eine große Position.

21:08

Reformen sind möglich und ich möchte auch an der Stelle klar sagen, ich bin, auch wenn ich die ZIP nicht konsumiere täglich, ein großer Fan davon, dass es einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt, worüber man absolut ganz klar diskutieren kann. Wir haben ja heute mehr die Edgy-Positionen rausgeholt zu dem Thema. Aber da möchte ich dir auch zustimmen. Es ist ganz wichtig, ich glaube, es ist ein zentraler Auftrag eines Staates, einen öffentlichen Rundfunk zu haben, um allein im Katastrophen-Krisenfall einen Ort, einen zentralen Ort zu haben, um Informationen zu senden.

21:46

Also es gibt sicher einen Auftrag des ORFs, es wird die Nische um drumherum halt immer kleiner. Ich meine, wenn ich jetzt so um uns herum schaue, um ein qualitativ hochkarätiges Informationsmedienformat zu produzieren, aufzunehmen und zu publizieren, brauchen wir aktuell einen Mixer, zwei Mikrofone und zwei Kopfhörer. Richtig. Und eine Social Media Plattform, über die wir das Ganze dann auch streamen können, die muss man halt auch dazu überreden.

22:21

Die werden uns mehr oder weniger gratis zur Verfügung gestellt oder wir finanzieren sie über unseren Konsum von Werbung auf diesen. Also lieber ORF, es braucht nicht viel Geld, um gute Unterhaltung zu machen. Es braucht vor allem Streaming-Dienste, richtig. Das war die zweite Folge von Nico und Felix analysieren. Wenn dir diese Folge gefallen hat, so folge uns auf diesem Kanal, bewerte ihn und teile mit Freunden, das ermöglicht uns weiter zu wachsen. Kommende Woche folgt dann die Ausgabe mit Andreas Zagostelski von So sind wir.

22:59

Heißt ab sofort kommen Folgen im Ein-Wochen-Takt. Auf bald. Ciao. Ciao.

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