Zum Folgenarchiv

Christoph Haselmayer: Es ist unumgänglich, dass wir einen blauen Bundeskanzler bekommen

So sind wir · Mit Gästen · 2. Mai 2026 · 44 Min.

Ein Klick startet das Video hier auf der Website. YouTube wird geladen und Daten werden an Google übertragen.

Einstieg bei ca. 26:02. Zeitmarken können je nach Audio- oder Videoschnitt abweichen.

Auf YouTube öffnen

Worum es geht.

Meinungsforscher Christoph Haselmayer spricht mit Niko über die Dreierkoalition und das schwindende Vertrauen in Politik und Medien. Er erläutert seine Einschätzung zur FPÖ und fragt, wie sich das politische Handwerk verändert hat.

Redaktionell zusammengefasst aus der Folgenbeschreibung.

Diese Folge auf Spotify
Originalbeschreibung lesen

Willkommen zu "So sind wir - zwischen Bognergasse und Ballhausplatz"

Christoph Haselmayer ist einer der bekanntesten Meinungsforscher und Politikanalysten Österreichs, arbeitet für alle im Parlament vertretenen Parteien und sagt öffentlich, was andere nur hinter vorgehaltener Hand sagen.

In unserem ersten Gespräch reden wir über eine Dreierkoalition ohne Mehrheit, eine Bevölkerung deren Vertrauen in Politik und Medien gleichzeitig erodiert und darüber, warum politisches Handwerk in Österreich teils abhanden gekommen ist.

Seine Einschätzung zum blauen Bundeskanzler ist eindeutig: Es ist unumgänglich.

Und die eigentliche Frage, die uns durch das ganze Gespräch begleitet: Wird der Job des Politikers schwieriger? Seine Antwort ist differenziert, aber unbequem.

Kapitel.

Einsteigen oder die Stelle direkt weitergeben.

Für diese Folge sind noch keine Kapitel hinterlegt.

Das Gespräch zum Lesen.

Automatisches, noch nicht redaktionell korrigiertes Transkript. Namen und einzelne Wörter können fehlerhaft sein. Die Zeitlinks führen ungefähr an die jeweilige Stelle.

0:00

Willkommen bei So sind wir zwischen Bognergasse und Ballhausplatz. Hier spreche ich mit Menschen aus Politik und Wirtschaft, die hinter die Kulissen Österreichs blicken. Ungeschminkt und ungekürzt. Mein Name ist Niko Hutter. Die Frage, die ich heute in der ersten Folge mit meinem Gast bespreche, ist, wird der Beruf von Politikern immer schwieriger? Ein kleiner Hinweis vor dem Start. Diese Folge wurde vor dem Abschluss der Budgetverhandlung in Österreich aufgenommen.

0:36

Ich sitze hier mit deinem lieben Christoph Haselmayer. Hasid, wenn es okay ist. Sehr gerne. Danke Niko für die Einladung. Ich freue mich sehr, dass du hier bist. Wir kennen uns schon einige Jahre. Du bist in Österreich sicher einer der bekanntesten Meinungsforschung, wenn ich das so sagen darf. Ich bin seit zuerst bei OGM, dann mit eigenem Institut IFDD, Institut für Demoskopie und Datenanalyse. Richtig. Richtig. Perfekt. Habe ich, glaube ich, ziemlich lange gebraucht, bis ich dir das auswählen konnte. Bist du nicht der einzige Misserkreis, warum ich. Ja, und auch davor hast du schon eine lange Karriere gehabt von, ich glaube, begonnen beim Europapyro-Forum, Föhrat Makaras etc. und die beiden anderen Grünen und der SPÖ-Abgängerin.

1:22

Genau. Johannes Voggenhuber, Grüne kennt man noch, Urgestein natürlich, Herbert Bösch, SPÖ, Verradlberg, auch einer der Gründungsmitglieder von Olaf, der Antikorruptionsbehörde des Europäischen Parlaments unter anderem. Also, wie gesagt, durchaus eine sehr bunte politische Vergangenheit. Warum? Weil ich immer die Europapolitik parteipolitisch außer Streit gestellt habe und dementsprechend hier immer sehr sachlich orientiert war. Und da schließt sich der Kreis heute auch zu meinem Institut. Ich bin ja, wie du richtig gesagt hast, der Meinungsforscher, aber auch Politikanalyst für diverse Medien, auch konkurrierende Medien in diesem Land.

2:01

Und da ist es auch wichtig, dass man keine Schlagseite hat. Das heißt, wir beim Institut für Demoskopie und Datenanalyse, dem IFDD, arbeiten für alle im Parlament vertretenen Parteien auf unterschiedlicher Ebene. Und das hat es davor auch noch nicht gegeben. Wenn ich fragen will, wie bist du dazu gekommen? Wie bin ich dazu gekommen? Indem Wolfgang Bachmeier, er ist jetzt schon 50 Jahre in der Branche, der Gründer von OGM, der hat mich vor vielen, vielen Jahren als Mitglied der Geschäftsleitung zur OGM geholt, wie auch er viele andere meiner Kolleginnen und Kollegen, die teilweise auch gar nicht so bekannt sind, in der breiten Bevölkerung in Österreich ausgebildet hat, geholt hat.

2:48

Aber irgendwann gab es dann von meiner Seite schon auch den Drang, mich selbstständig zu machen. Und das ist jetzt genau sechs Jahre her. Aber ich habe Wolfgang hier durchaus sehr viel auch zu verdanken. Und er hat gesagt, ich brauche jemanden, der politisch die Zusammenhänge versteht, der wirtschaftlich gut connected ist auf Neudeutsch und aber auch der medientauglich ist, den man hinstellen kann und der auch keine Konflikte manchmal auch scheut. Also all das habe ich mitgebracht und all das kann ich jetzt über die letzten Jahre auch immer wieder ausspielen.

3:32

Wenn man einmal in die Medien blickt von Kronenzeitung, von Wasgutwas alles, dann findet man dich sehr schnell mit deinen sehr, sehr messerscharfen politischen Einschätzungen zu den unterschiedlichsten Politikern, Parteien. Und das bringt uns halt eh genau zum Thema, warum wir hier sitzen und worüber wir reden wollen. Ich glaube, er war immer schwierig, aber er wird aus meiner Sicht intensiver. Intensiver deswegen, weil die Welt immer schneller wird. In den 70er, in den 80er Jahren, die Älteren unter uns können sich vielleicht noch erinnern, da war das alles sicher auf einer anderen Ebene.

4:13

Ich glaube, man macht oftmals den Fehler als Politikanalyst oder auch politischer Beobachter, Beobachterin, den Fehler zu sagen, früher war alles besser. Wir kennen ja den Spruch, der ist ja im Übrigen auch nicht neu. Das gab es ja schon seit Jahrhunderten und so weiter, wurden immer wieder Seiten. Genau, genau, du sagst das. Aber was sicher neu ist, diese Intensität des Politikers, der Politikerin, mit Social Media angefangen bis hin einfach zur Globalisierung, der Vernetzung, dass wirklich gerade wie jetzt irgendwo ein Domino Stein quasi umfällt.

4:54

Du weißt, ich mache gerne, produziere gerne auch Bilder im Kopf und dann geht es einfach so dahin. Und in Wirklichkeit bist du in vielen Bereichen, Stichwort zum Beispiel jetzt auch, Irankrieg oder auch die Straße von Hormuz, bist du nur Passagier dann auch in der österreichischen Innenpolitik. Absolut. Wenn man sich anschaut, wir haben jetzt seit ein bisschen wie bei einem Jahr eine Regierung, ÖVP, SPÖ, NEOS, die erste Dreierkoalition. Ich muss die korrigieren. Was ich ungern tue, aber es ist die zweite und ich will nicht klug scheißern, als die zweite Dreierkoalition.

5:30

Ich lese immer, es ist die erste, aber es steht immer die erste Dreierkoalition in der zweiten Republik. Die zweite Republik hat immerhin 1945 begonnen. Richtig. Und bis Anfang 1947, ja, gab es eine Dreierkoalition aus ÖVP, SPÖ und KPÖ. Wird immer wieder vergessen, aber auf das lege ich mir Wert, es ist die zweite, bitte. Das ist nicht gut, die erste. Ja, dann kann ich da. Naja, dann hat die jetzt schon länger gehalten als die erste eigentlich? Die hat länger gehalten jetzt, nein, noch nicht länger gehalten, pardon, nehme ich zurück. Hat noch nicht länger gehalten, also da geht es jetzt noch um ein paar Monate, dass dann hier, ich glaube jetzt, daumen wir mal, jetzt acht Monate, dann hätte sie länger gehalten.

6:17

Aber es war zumindest in der Neuzeit jetzt die erste Dreierkoalition in diesem Jahrtausend, nennen wir so. Dann wäre es natürlich auch korrekt. Die aber extrem rasch das Vertrauen in der Bevölkerung verspielt hat. Wie steht sie aktuell? Wie steht sie aktuell, also wenn du auf die Sonntagsfrage die sogenannte ansprichst, das heißt, wie die Parteien stehen, dann steht brandaktuell die FPÖ mit ihrem Spitzenkandidat Herbert Kickl und Frontman bei rund 36 Prozent. Also da pendelt man sich jetzt auch wirklich ein.

6:58

Die letzte große Befragung war sie bei 35, das haben wir in der Kronenzeitung Mitte Februar publiziert, im Auftrag auch der Krone. Die ÖVP, die leidet natürlich auch massiv unter der ganzen wirtschaftlichen Gemengelage, teilweise selbst verschuldet, teilweise nur Passagier international, kommt auf 21 Prozent, dann die SPÖ mit, ÖVP natürlich mit Stocker, SPÖ mit Andreas Babler rund 18 Prozent.

7:39

Also wie gesagt, man hatte das letzte Mal schon das schlechteste Ergebnis in der Geschichte mit Andreas Babler und das stoppt man halt jetzt noch einmal. Also wie gesagt, die Richtung stimmt, aber die Richtung geht halt Richtung Abgrund. Und ja, das kann man halt so sehen oder halt auch nicht, aber in Wirklichkeit ist das schon ein großes Thema für eine ehemalige Staatstragende Partei, wenn ich bei 18 Prozent stehe, dann ist zusammenkramt. Absolut. Die Grünen kommen derzeit auf rund 11 Prozent, Mendele und Nore gewessler, also können deutlich zulegen von ihrem Ergebnis, knapp über 8 Prozent bei der Nationalratswahl 2024.

8:19

Die Beate Meindl-Reisinger, sie ist Außenministerin, kommt eigentlich in dieser Runde am unbeschadetsten davon, rund 9 Prozent, derzeit auch für die NEOS. Hat die Außenpolitik auch ein dankbares Thema, oder? Ja, und wie gesagt, sie polarisiert und viele lehnen sie ab, aber viele stehen hinter ihr. Die Kommunisten umpendeln immer so zwischen 3 und 4 Prozent, wenn man 4 Prozent hört im Parlament, also derzeit werden sie auf 3, mit Tobias Schweiger, der macht das nicht ungeschickt, das ist der junge kommunistische, ja, Führer. Ja, genau, jetzt hätte ich vorhin gesagt schon Führer, aber das darf man ja nicht sagen, dieses Wort ist, glaube ich, auch schon belastet, ein wenig in der Politik, oder ein wenig viel, und 2 Prozent haben restliche Parteien.

9:06

Also das wäre jetzt so einmal das Thema. Aber du siehst, wenn du zusammenzählst, 21 plus 18 ist 39 plus 9 ist 48. Also auch diese Dreierkoalition hat keine Mandatsmehrheit mehr, und das schon seit letztem Herbst. Und die Zufriedenheit, die ist sogar im Keller herunten bei rund unter einem Viertel sogar der Bevölkerung, ist überhaupt nur mit dieser Koalition zufrieden. Also für mich war es spannend, auch für die Zuhörerinnen und Zuhörer, auf der gefühlschlechtesten Koalition aller Zeiten, nämlich Türkis oder Schwarz-Grün, ist die jetzt schlechteste Koalition aller Zeiten da, aus Sicht nicht nur von mir nach Daten, Zahlen und Fakten, sondern auch der Bevölkerung.

10:02

Also wie du gesagt hast, sie hat jetzt aktuell stand keine Mehrheit mehr. Nein. Es wird sich realistischerweise aus deiner Einschätzung jetzt auch nicht besser bessern, schätze ich mal, oder? Naja, wie soll es sich verbessern, wenn ich handwerklich extrem ungeschickt bin? Ich meine, es ist auch nicht einfach, man hat drei Parteien zum ersten Mal in der Neuzeit, sage ich mal so, die sich zusammensetzen müssen, untereinander verhandeln müssen. Es war schon unter SPÖ und ÖVP gemeinsam in der Vergangenheit die ehemalige große Koalition nicht immer einfach, da zu einem vernünftigen Ergebnis zu kommen, beziehungsweise es waren halt immer Kompromisse.

10:40

Ja, oftmals Minimalkompromisse, aber das haben wir jetzt. Nur das Thema ist, dass diese Parteien natürlich unterschiedlich sind. Und Unterschiedlichkeit, das machen natürlich Parteien aus, nur ich muss ja etwas weiterbringen. Und da sehe ich schon eine gewisse Blockade untereinander. Und das kann man, glaube ich, schon dieser Regierung vorwerfen, handwerklich und kommunikativ. Ich habe über 400 Personen in Ministerkabinetten sitzen. Aus meiner Sicht verstehen gerade einmal zehn ihr Handwerk und der Rest sind absolute Dilettanten.

11:16

Das sind Dinge, die dürfen nicht passieren und die passieren tagtäglich. Wenn es meine Chefin oder mein Chef schon nicht kann, dann muss wenigstens ein Büro dort vorgehen. Wie gesagt, ich habe auch diese Vergangenheit. Nur wenn man sich es bei uns anschaut, wo heute diejenigen sind, die damals im Umkreis, das ist früher schon angesprochen, von Ottmar Karas waren. Eine Marianna Kühnl ist heute die Vorstandschefin der Finanzmarktaufsicht. Berthe Meindl-Reisinger war damals auch in diesem Umfeld, ist österreichische Außenministerin. Und Andreas Berotti, viele andere noch, die hier.

11:56

Damit meine ich, da waren Personen, die auf der verschiedensten Ebene ein Gespür hatten, aber die ihr Handwerk kapiert haben, was sie tun. Was ist verloren gegangen aus deiner Sicht? Aus meiner Sicht ganz stark in den 10er Jahren. Also wie gesagt, nachdem es ein lieber, wie sagt man am besten, der Generalsekretär Blümel und dann auch spätere Minister Blümel die Partei übernommen hat, eigentlich indirekt mit dieser ganzen kurzen Partie, die kurz dann auch in der Politik final war, ist vieles überstrahlt worden von Marketing.

12:45

Das haben sie recht gut beherrscht. Das muss man auch sagen, bis zu einem gewissen Grad, Stichwort zum Beispiel Message Control und so weiter. Aber dieses Grundsätzliche, dieses politische Handwerk ist dort auf Rundenkummern. Da wurde immer auf andere Themen gesetzt und nur auf Kommunikation. Also man könnte sagen, mehr Schall als Rauch. Und das war halt das große Thema. Ankündigungspolitik. Nicht nur Ankündigungspolitik, sondern auch rein Politik für die Schlagzeile, aber die dann final relativ unnachhaltig war.

13:31

Und du hast jetzt… Und da geben die Leute auch drauf. Ja, natürlich. Und das hat man dann auch sehr, sehr rasch gesehen. Warum bin ich da jetzt zum Beispiel so hart? Du weißt, ich bin in Kärnten aufgewachsen, Wörtersee in Grundendorf. Und meine Eltern, die leben beide noch. Wie gesagt, mein Vater wird ja doch schon 87, Mutter 82. Man hat mir zum Beispiel eins beigebracht. Nämlich, wann ist das teuer, wenn man wegfährt? Ja, wenn Urlaub ist, zum Beispiel zu Ostern, wissen wir, dass die Spritpreise teuer sind.

14:06

Das Gleiche trifft zum Beispiel kurz vor Pfingsten zu und auch rund um Weihnachten. Das ist nicht etwas Neues, sondern das ist Jahrzehnte schon so in Österreich gewesen. Und da haben meine Eltern immer sehr ungern gedacht. Was macht diese Regierung? Diese 10 Cent. Es hat 10 Cent, sind 10 Cent. Und jetzt kommt, wann macht man das? In der Osterwoche, wo nächsten Tag die Preissteigerung diese 10 Cent schon wieder gefressen hat. Das heißt, dann hättest du das eine Woche später machen müssen. Und wenn es die Politik schon selbst nicht sieht, dann erwarte ich mir, jedenfalls war es früher so, dass es Mitarbeiter gibt, die zumindest laut aufzeigen und sagen, Kinder, wir können das, oder das ist jetzt sehr direkt ausgesprochen, aber so hätte ich gesagt, wir können das jetzt gar nicht machen, weil es ist nächsten Tag schon längst wieder weg.

15:01

Wenn, dann müssen wir es nach die Ostern zum Beispiel machen, dass es die Leute auch mitkriegen, dass es dann auch eventuell auch runtergeht. Und jetzt hast du sowas so, dass Adam Surdom mit dieser jeweiligen Verordnung, die da beschlossen worden ist im Parlament, dass die OMV sagt, naja, unsere Gewinne sind jetzt sehr direkt ausgedrückt, sind jetzt zu wenig und wir halten uns da jetzt auch gar nicht dran und so weiter. Also, die staatsnahe sind und wo der Staat auch eine Beteiligung hat, ich glaube 35 Prozent, wenn ich das jetzt richtig habe, bitte nagel ich mich nicht fest, die habe jetzt die genaue Zahl nicht im Kopf, aber ich glaube, es sind 35.

15:38

Und die sagen, die sagen, nein, das machen wir jetzt nicht. Also, das ist ja die richtige Beinlichkeit. Und dann bleibt natürlich bei den Österreicherinnen und Österreichern zurechthängen, die, nämlich die da oben in der Regierung, die können es wieder mal nicht. Es ist ja nicht nur ein Misstrauen gegenüber den Politikern, sondern auch gegen den Medien generell, also aus meinem Eindruck heraus, wesentlich stärker geworden oder dass sich Leute mittlerweile ihre Informationen gar nicht mehr aus den Medien, sondern aus Social Media oder alternativen Plattformen, wie sie da alle heißen, auf eins, freilich uns jetzt auch, und wie sie alle heißen.

16:15

Wie siehst du das? Und was anderes, würdest du in solchen Medien auftreten auch? Na ja, zuerst, wie sehe ich es? Ich sehe das durchaus kritisch, aber es ist teilweise hausgemacht von den Medien und teilweise kann man nichts dafür, weil rund zwei Drittel der Werbeeinnahmen jetzt bereits in Österreich, da reden noch circa von 4,8 Milliarden Euro, nur einmal zu den Tech-Konzernen abfließen, Meta, also Facebook, Instagram, andere, Telegram, alles was es da halt gibt, X war mal Twitter und viele, viele mehr und die TikTok.

16:53

Und die Regierung schafft es nicht, diese Konzerne europaweit zu besteuern oder hier eine europäische Lösung zu finden und wenn man keine europäische findet, auch keine nationale. Also das Einzige, worüber wir reden, ist ein Social Media Verbot für unter 14-Jährige, was ich für persönlich komplett vertrottelt halte, aber das ist was anderes. Können wir nachher gerne darüber diskutieren. Das können wir sicher länger diskutieren, aber meine private Meinung, ich halte das wirklich Sachset so direkt, wie es ist, direkt wie vertrottelt. Das Problem ist, und ich kriege das ja auch selber mit, dass sich die Mediennutzung hier komplett gewandelt hat von den Jungen.

17:34

Ich darf ja auch öfters mal im Hörsaal stehen, sei es bei Fachhochschule oder auch auf der Universität und da hat man die letzten Jahre schon gesehen, wer hat überhaupt noch ein Print-Abo. Das waren in der Regel drei Personen, zwischen einer und drei Personen bei 70, 80 Studierenden. Das Gleiche noch einmal mit einem Online-Abo. Ja, jetzt hast du quasi nur noch eine Person, die ein Print-Abo hat und vielleicht zwei, drei, die ein Online-Abo hat. Neues Thema heißt, da wollen ja die meisten von denen zum Beispiel irgendwas mit Kommunikation oder Journalismus machen. Also das sind nicht jetzt irgendwer, die auf der BOKO studiert oder die jetzt irgendein technisches Studium machen oder Medizin.

18:14

Also das muss da schon zum Denken geben. Und wenn du mit denen zum Beispiel redest über den ORF oder wie auch immer oder auch über die Zeit im Bild und wo die ihre Informationen erholen, dann sehen die das und sagen, ich schaue die ZIP. Wenn du noch weiterredest, wann ist das zum Beispiel die ZIP auf TikTok? Ja, und es geht sogar noch weiter, dass die ganz Jungen, also unter Anführungszeichen, die jetzt so zwischen 18 und 19 sind, teilweise den ORF auch gar nicht mehr kennen. Ja, das hat mich selber überrascht, als sie sich das ja gehört hat. Dem ist so, was ist der ORF und so weiter. Also Dinge, wo der noch vor fünf Jahren gesagt hat, das gibt es nicht. Und gleichzeitig hat natürlich Covid-19, Corona etwas in der Bevölkerung ausgelöst.

18:52

Das war, wir waren schon früher ein wenig gespalten. Das hat das fast zum Überlaufen gebracht. Und das Thema ist, dass die Leute sagen, die haben schon damals gesagt, die liegen und so und so quasi im Links oder die sind politisch gesteuert. Vor allem am Land halt. Im Ländlichen. Kann man sich das, glaube ich, vorstellen. Nein, im ländlichen Raum verstärkter als natürlich im urbanen, Schrägstrich im städtischen Raum. Nur das hat sich natürlich noch einmal verstärkt. Und die sagen, die konsumieren auch diese Medien auch gar nicht mehr. Und dann hast du natürlich so etwas wie gerade jetzt tagtäglich im österreichischen Rundfunk, wobei auch hier muss man klar unterscheiden, aus Sicht der Bevölkerung herrscht und aus Sicht vieler Medien herrscht, am Königlberg, wo die Zentrale ist, Sodom und Gomorra.

19:43

Aber quasi jede Woche gibt es irgendeine neue Enthüllung und dann weiterer Skandal. Die Bundeslandsmedien, also die Landesstudios, die werden aber sehr positiv wahrgenommen. Das ist Identität, das ist Kultur, das ist Heimat. Sei es zum Beispiel das Radio Kärnten, sei es der ORF Niederösterreich, aber genauso auch Steiermark, Tirol, Vorarlberg. Also du kannst das wirklich jetzt austauschen. Da werden diese Radiosendungen, die jeweiligen Radioformate wirklich noch gehört. Und zum Beispiel Bundesland heute, das ist um 19 Uhr, auch noch gesehen.

20:24

Und das ist in dem Zahlen. Die Zahlen kann ich dir sagen, also beim ORF hast du eine Zustimmungsrate derzeit in der Bevölkerung, ORF jetzt Bundeszentrale, Königlberg, von unter 20 Prozent. Tendenz stark, stark fallend, die dem ORF überhaupt noch vertrauen. Also wie gesagt, das ist derzeit, mein Letztstand war 17, 18 Prozent. Also da ist Zusammenkrank, die dem sehr vertrauen oder eher vertrauen, wenn man das schon zusammenzählt.

20:59

Vor allem meistens waren aber diejenigen, die ihn noch kennen. Kennen, genau. Und dann hast du das aber in den Bundesländern, da hast du eine Rate und die pendelt zwischen zwei Drittel und drei Viertel. Nein, das ist 60 oder 95 Prozent. Das heißt, aus meiner Sicht wäre auch ein Ansatz, diese Bundeslands-ORF-Programme, Radios einfach auch zu stärken aus Sicht der Politik. Weil das wird wirklich noch wahrgenommen. Das ist dem Menschen auch wirklich wichtig.

21:36

Und also auch hier zum Beispiel auch umzuschichten. Das wird jetzt einigen nicht gefallen, die natürlich oben sich in ein sehr warmes Nest gemacht haben oder nicht gemacht haben, gesetzt haben. Manchmal machen sie auch dann auch rein, aber das ist ja dann auch egal. Aber das ist schon ein ganz, ein großes Thema in der Bevölkerung. Verstehe ich. Jetzt, wo du es gerade erwähnt hast, denke ich darüber nach. Stimmt eigentlich das Radio? Wenn ich jetzt mal meine eigene Familie denke in Salzburg, das hört man auch tatsächlich gerade in Salzburg und solche verschiedenen Formate.

22:12

Und das wird auch denen geglaubt. Nämlich den jeweiligen Formaten, die Moderatorinnen, den Moderatoren, aber natürlich auch den jeweiligen Landesnachrichten dort. Die sagen, das ist voll in Ordnung. Und da unterscheiden die Menschen und sagen, das oben am Königlberg, wie gesagt, das sind nicht meine Worte, das sind die Erhebungen. Das ist gesteuert, politisiert und gilt speziell im ländlichen Raum als Linkspunk, wo man natürlich immer sagt, im Königlberg, nein, nein, nein, wir sind ja vollkommen unabhängig und so weiter. Ja, dann schauen wir uns mal an, wie so Beiträge in Nachrichtensendungen funktionieren oder halt nicht funktionieren oder gesendet werden.

22:54

Oder auch nicht gesendet werden. Wie gesagt, alles Königlberg. Und das ist schon aus meiner Sicht bedenklich. Und wie siehst du alternative Medien? Du hast mich, du hast mich. Schau, ich glaube, man muss sich damit auseinandersetzen. Ich bin gegen ein Verbot dieser alternativen Medien. Ich würde aber auch nicht hingehen. Aber ich bin prinzipiell eigentlich gegen ein Verbot, weil ich sage, du bist in einem Konkurrenzkampf, also musst du dich stellen. Also du würdest keine Aufträge auch von ihm annehmen? Nein.

23:29

Würde ich nicht, weil ich ein Thema schon auch mit gewissen Programmen auch und diesen Medien haben will, weil aus meiner Sicht da kein unabhängiger Journalismus per se dahinter steckt. Bei dem Andere kann man zumindest sagen, es ist zumindest der Anspruch, auch wenn er nicht immer unabhängig ist, aber es ist zumindest schon noch etwas anderes. Zu sagen, ich verbiete diese Medien, aber sie dürfen nicht mehr empfangen werden, nicht mehr gehört werden, das halte ich für den komplett falschen Weg.

24:05

Das heißt, du musst dich immer stellen. Das heißt, dann muss ich halt Formate entwickeln, wo ich wieder Leute erreiche und dort dann auch überzeugen. Und von was ich auch gar nichts halte, natürlich muss man sich überlegen, eine neue Medienförderung. Aber das, was zum Beispiel Andreas Babler jetzt hier auch tut als Medienminister oder versucht zu tun, nennen wir es mal so, er spielt ja viel mehr oft Politik, als er Politik aus meiner Sicht auch macht. Man muss jetzt da dazu sagen, du hast natürlich ein persönliches Zusammenstoß mit ihm allgemein.

24:43

Ja, aber das hat mit dem nichts zu tun. Ich muss hier Daten zahlen und Fakten passiert sein und ich gehe mit offenen Augen auch raus. Also ich würde dir das jetzt genauso sagen, wenn das jetzt ein Grüne, ein Schwarzer, ein Blauer oder was auch immer, wenn ich davon überzeugt bin. Also du hast ja schon früher gesagt, ich bin sicher derjenige als Politikanalyst, die am härtesten reinsteigt. Ich bin aber auch derjenige aus meiner Sicht, der alle Parteien abdecken kann. Weil es auch wirklich die Wahrheit ist. Wir müssen auch immer in der Wahrheit bleiben. Dass meine Art und Weise, wie ich spreche oder wie ich Dinge anspreche, nicht allen gefalle, ja mein Gott, musst du mir nicht anhören.

25:24

Es ist so. Oder schalt weg. Aber die Einschaltquoten sind gut. Die Klickraten sind sehr gut. Also die Leute sagen, endlich einmal etwas Erfrischendes. Aber zurück zu dem Thema, zu Andreas Babler und dieser neuen Medienförderung. Ich maße mir nicht an. Ich maße mir relativ viel in der Politik an, speziell in der Analyse. Aber was ich mir wirklich nicht anmaße, ist zu sagen, das ist Qualitätsjournalismus und das ist nicht Qualitätsjournalismus. Und diesen Qualitätsjournalismus, wenn es zum Beispiel im Großformat ist oder wie auch immer, das müssen wir fördern.

26:02

Ausgewählte Fundstelle · ca. 26:02

Und wenn etwas zum Beispiel gratis ist oder so, das muss weniger gefördert werden, sage ich nein. Ich gestehe es wieder dir zu, mir zu, noch wirklich vielen Leuten, die darüber sprechen in der Öffentlichkeit, das zu beurteilen. Weil die Einzigen, die das beurteilen, aus meiner Sicht dürfen in einer liberalen Demokratie, sind die Userinnen, die User, die Leserinnen, die Leser. Klammer, die Konsumenten. Weil Qualitätsjournalismus, da grenzt sich auch teilweise auch die Menschen aus. Und ich möchte in einem liberalen Staat, das mir extrem wichtig ist, die Leute nicht ausgrenzen, die zum Beispiel in Kurzmeldungen einfach nur lesen oder wie auch immer.

26:46

Und dann sagt man, nein, das ist kein Qualitätsjournalismus. Und ich sage, ja, aber sie konsumieren zumindestens Medien. Und vielleicht denken sie auch zumindest 10 bis 30 Sekunden darüber nach. Aber die werden da nicht in der Opern sitzen mit der Frankfurter Allgemeinen oder mit der Zurzeit und das ist es. Weil auch da muss man hier hart das ansprechen, es auch viele Leute gibt, die es gar nicht verstehen, wie es geschrieben worden ist. Das ist gar nicht, weil sie es auch gar nicht wollen, dass sie sich damit beschäftigen wollen. Und auch sich nicht beschäftigen wollen. Oder halt einfach sagen, ich konsumiere zwar an Medien, aber mich interessiert jetzt mehr die Chronik oder mich interessiert jetzt mehr der Sport zum Beispiel.

27:25

Das ist mein Thema. Und das andere fließt halt mit ein oder nicht. Aber was aus meiner Sicht nicht geht in einer liberalen Demokratie, dass man dann irgendeinen Arbeitskreis hat von Leuten, die dann sagen, das ist… Der realistische Sorge immer politisch besetzt sein wird. Natürlich, wir sind ja alle gelernte Österreicher. Wir sind ja nicht auf der Nudelsuppe da hergespummelnd. Aber ich sage, dagegen muss man wirklich dann final auch kämpfen. Also keine Verbote, aber Stellen. Stellen in dem Sinne zu sagen, man versucht ein gutes Angebot auch zu machen, wo man auch wieder Junge anspricht, wo man auch verschiedenste Zielgruppen auch wieder anspricht.

28:04

Ich persönlich würde in diese alternativen Medien nicht auftreten. Aber es ist meine persönliche Entscheidung. Das ist auch eine absolut berechtigte Meinung aus meiner Sicht. So, wir hatten am Anfang die Frage, wird der Job von Politikern generell schwieriger? Wenn du dir jetzt anschaust, ich meine, wir haben kommendes Jahr Landtagswahlen, wir haben eine Budgetsituation, die nicht angenehm ist. Wo, glaubst du, wo siehst du die größten Stolpersteine? Beziehungsweise, sagen wir mal so, wenn die in Oberösterreich jetzt die Wahl kommt, zum Beispiel, die ÖVP verliert. ÖVP verliert kräftig, sage ich mal so, und ÖVP verliert Platz 1.

28:43

FPÖ wird Platz 1. Wie schaut dann die Bundesregierung aus? Dann gibt es diese Bundesregierung nicht mehr. Also, wie gesagt, es ist ganz, ganz einfach. Final ist es natürlich so, dass es zwei Stolpersteine gibt. Du hast sie vollkommen recht, Nico, angesprochen. Das eine ist das Budget. Beim Budget, glaube ich, wird man schon ein Doppelbudget hinbekommen, mit ein wenig Tricksen im Hintergrund, weil viele der Körperschaften wirklich auch recht pleite sind.

29:20

Mit gewissen Ausnahmen, dann nehmen wir jetzt die Tiroler aus, aber auch die von dir angesprochenen Oberösterreicher. Aber andere Landes-, oder andere Landes-, so wollte ich sagen, Landesparteien, andere Länder, natürlich, also Bundesländer, die haben eine große Budgetlücke und der Bund sowieso. Also, da spielt natürlich eine Rolle. Ich glaube, dass sie es final zusammenbekommen werden und das Anfang Juli beschließen werden. Aber das wird schon ein Gestäche und ein Gezerre im Hintergrund unter den Bundesländern und unter den jeweiligen Parteien natürlich auch geben.

29:57

Punkt A. Punkt B. Wenn Oberösterreich verloren gehen würde, dann ist A aus. Eventuell sogar schon davor. Das heißt, wenn man merkt, dass man hier von der Bundespartei nach unten gezogen wird oder auch von der Bundesregierung, wird das aus meiner Sicht irgendwann einmal den Tag X geben, Schrägstrich müssen, in dem Oberösterreich, in dem Fall Landeshauptmann Stelzer, aber auch Niederösterreich mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, dann erkennen wird, dass es besser ist, diese Bundesregierung sehr salopp und direkt ausgedrückt und wieder, wie gesagt, mit Bildern vor die Wiener U-Bahn schmeißt, bevor man im eigenen Bundesland vom Postbus überfahren wird.

30:42

Weil dieser Gap zwischen Nationalratsergebnis und Landtagswahlergebnis irgendwann, ist das auch für eine starke Landespartei, die top in der Struktur ist, wie zum Beispiel die oberösterreichische Landespartei, die haben eine Top-Struktur im Hintergrund mit den Bürgermeisterinnen, mit den Bürgermeistern, aber auch, wie die Parteiführung aufgestellt ist. Florian Higelsberger kennen die wenigsten. Er ist dort der Landesparteisekretär. Der weiß, was er tut strategisch und so weiter. Aber auch irgendwann einmal ist dieser Gap zwischen Bund und Land zu groß und dann haut es dich dort drüber.

31:20

Und das Gleiche trifft natürlich auch auf Niederösterreich zu. Und das sind die zwei Kernländer, das kannst du drehen. Genau, du solltest das nicht machen. Ja, also wenn das dort verloren gehen würde, bin ich der Erste, der sich hinstellt und sagt, es bleibt der Bundespartei, der ÖVP jetzt nur noch eines, einstampfen und neu gründen. Ja, harte Worte, harte Worte. Also du gehst davon aus, realistischerweise, dass diese Bundesregierung in erhebliche Schwierigkeiten kommen wird im kommenden Jahr oder schon in dem Jahr. Wie wissen Sie es nicht genau?

31:55

Schau, ich glaube, man wird sich jetzt einmal bis zum Sommer retten. Man wird dieses Budget eher durchbekommen mit einer Beschlussfassung im Juli. Damit ist man eigentlich schon im Jahr 2021. Weil das gilt dann für 27, 28, 29 sind dann schon wieder die nächsten Nationalratswahlen im Herbst. Aber jetzt kommt, wie gesagt, die Landtagswahlen. Und bei den Landtagswahlen glaube ich, dass es spätestens ab Spätherbst oder Beginn des Winters, also November, Dezember, aller spätestens, sehr unangenehm für diese Bundesregierung werden könnte, wenn es hier keinen Aufbruch gibt, kein Signal in der Bevölkerung österreichweit.

32:37

Die gehen endlich Reformen an, die machen was in den verschiedensten Themen. Also nur dieses Weiterwurscht und Weiterverhalten, Weiterverwalten und dieses, wie sage ich, dieses Weiter wie bisher, das wollen die Leute nicht. Die sagen, ein Teil, ein kompletter Change. Deshalb stimmen ja auch viele, würden auch viele FPÖ stimmen. Genau, einen kompletten Change. Und ein paar sagen, ja, aber zumindest eine leichte Veränderung. Und wenn Sie das nicht ausdrücken, dann werden die Länder weiter unter Druck kommen. Und ich glaube, dass das dann der Knackpunkt ist, wo dann diese Regierung scheitern könnte, wenn die Umfragewerte in den Ländern dann so sind, dass man sagt, Oberösterreich und auch Niederösterreich wären in Gefahr, dass die ÖVP diese verliert.

33:26

Und dass man dann realistischerweise, weil es ist ja, wenn man in Neuwahlen geht, in Kauf nimmt, dass man dann der Juniorpartner mit der FPÖ alles in den nächsten. Ja, schaut, das Thema bei der FPÖ ist auch so, wenn man hier reinfragt. Erstens, die Leute haben viel weniger Berührungsängste als früher mit dem Freiheitlichen. Auch mit dem Bundesparteiobmann Herbert Kickl. Wir als Kärnten sowieso, weil wir sind ja nicht immer gewohnt gewesen. Also wie gesagt, ich habe schon längere Zeit gehabt, das auch zu üben. Aber die Freiheitlichen sitzen ja bitte fünf Landesregierungen, der Steiermark, der Steiermark, der Landeshauptmann. Also man marschiert ja jetzt nicht im SS-Stechschritt durch die jeweiligen Landeshauptstädte.

34:07

Wenn man in unserer Kommunikations-Medienbranche bleibt, hat man aber manchmal das Gefühl, wenn man mit Leuten redet, wenn das kommt, wenn die FPÖ in der Regierung sitzt und mit Kickl als Kanzler da sitzt, dann werden wir morgen in Ungarn leben. Oder wir werden morgen in noch irgendwelchen schlimmeren Albtranszenarien. Schau, der Standort bestimmt auch hier am Ende des Tages immer den Standpunkt. Wenn ich natürlich links außen stehe oder auch im linken politischen Umfeld, wobei mir auch diese Einordnungen gar nicht so taugen mehr, aber sind halt einfach trotzdem politisch und wissenschaftlich richtig, dann verstehe ich auch solche Aussagen.

34:49

Und wenn man weiter weg ist vom Drog, verstehe ich es auch. Am Ende hast du aber das Thema, dass die Leute draußen der Standtisch, speziell im ländlichen Raum, aber auch vermehrt im städtischen, immer sagen, wir wissen gar nicht, ob die Freiheitlichen es besser machen. Wir wissen gar nicht, ob das dieser Herbert Kickl, dieser Typ überhaupt besser macht. Aber wir geben ihnen zumindest einmal eine Chance, vielleicht machen sie es ja doch besser. Und das ist das Thema, dass ich sage, okay, was will man machen? Die Dreier-Koalition hat jetzt schon keine Mehrheit. Gut, ich kann es mit den Grünen basteln, aber vielleicht hat das dann auch keine Mehrheit.

35:24

Dann kann ich eine Vierer-Koalition machen und dann habe ich wirklich wieder das, wir gegen das System, was die FPÖ ja immer auch gespielt hat. Ja, also dann kommt auch diese Prophezeiung am Ende zu einem Punkt, wo man sagt, eigentlich ist es ja die Wahrheit. Und dementsprechend sage ich, es ist natürlich schwierig, aber ich denke, dass es unumgänglich ist, dass wir einen blauen Bundeskanzler bekommen.

35:59

Ich habe das jetzt schon öfters gesagt. Es ist nicht mehr die Frage, ob er kommt, sondern nur noch Mann ankommt. Unabhängig davon, ob das jetzt ein blauer, ein schwarzer oder roter Bundeskanzler ist, abgesehen von dem offensichtlichen, die wirtschaftliche Lage, Arbeitslosigkeit und solchen Themen. Was ist aus deiner Sicht die drei, vier wichtigsten Dinge, die ein Bundeskanzler angeben muss, dass die österreichische Bevölkerung ihm wieder mehr vertraut, dass die österreichische Bevölkerung der Politik generell mehr Vertrauen schenken würde? Ganz wichtige Frage, das Wichtigste ist, dass man sich hinstellt und einen Sprichwort behirnt.

36:36

Das heißt, sage, was du tust und tue, was du sagst. Das wollen die Leute. Und auch wenn es manchmal Einschnitte geben wird müssen, und die werden sehr schmerzlich werden, in vielen Bereichen aus meiner Sicht, Pensionen zum Beispiel, ich halte es für absolut notwendig, dass die erhöht werden und dass die sehr, sehr rasch erhöht werden. Wir zahlen jetzt 25 Milliarden Euro dazu, zu den Pensionen im 2030er-Jahr sind wir schon bei 30 Milliarden, das ist exponentiell steigend, das geht sich von vorne bis hinten nicht aus. Ich komme wieder zurück, schwarz-blau in den Nullerjahren, man kann sich nicht erinnern, wie es die Medien verteifelt haben und viele Journalistinnen und Journalisten, um Gottes Willen, dieses Dreckspack, ich überspitze hier bewusst wieder.

37:24

Durch diese Pensionsreform haben wir 20 Jahre jetzt eine Ruhe gehabt. Die war zwingend notwendig. Und jetzt wäre es notwendig. Ich glaube nicht, dass sie kommt, das ist mit der SPÖ nicht möglich. Dafür ist man zu Ideologie getrieben innerhalb der sozialdemokratischen Partei. Dementsprechend glaube ich nicht, dass sie so rasch kommt, aber was wäre notwendig? Erstens, wie schon gesagt, sage, was du tust, tue, was du sagst. Zweitens, der wichtigste Kernpunkt und Knackpunkt sind die Energiepreise. Hohe Energiepreise hemmen die Wirtschaft. Das heißt, was musst du tun? Du musst schauen, dass die Energiepreise so niedrig als möglich sind.

38:02

Geht nur in der jetzigen Phase natürlich nicht. Das sind extrem internationale Einflüsse. Einflüsse geht natürlich nicht, aber das ist natürlich der Knackpunkt. Hohe Energiepreise heißt am Ende, dass die Wirtschaft abgewürgt wird. Weil wenn du 10% höheren Ölpreis zum Beispiel hast, derzeit haben wir mehr als 10% Preissteigerungen natürlich beim Öl gehabt, heißt das, dass ich 0,2% weniger Wirtschaftswachstum habe, 0,5% höhere Inflation. So, das heißt, man rechnet schon innerhalb der Europäischen Union mit einer Durchschnittsinflation von 4 bis 6%.

38:39

Das heißt, da kommen wir wieder zwar nicht ganz in diese Corona-Werte hinein mit der hohen Inflation, aber dennoch hoch. Und dann ist dieses 2,1,0 vom Kanzler, kannst du ja jetzt schon aufzeichnen. Das war ja in der Vergangenheit jetzt generell nicht über dem EU-Schnitt. Wir waren immer ein letzter oder vorletzter. Also wie gesagt, auch das ist ja selbst verschuldet gewesen am Ende des Tages. Stichwort koste es, was es wolle. Ich habe keinen Laptop, Gernot Blümel. Wie gesagt, als Finanzminister der Megasuper-Gau von der Volkspartei. Also das ist ja richtig beschämt, was hier passiert ist in der Vergangenheit.

39:19

Schaust nicht nur drauf, treten, das sind Daten, Zahlen, Fakten. Schauen wir uns an, was ich mache. Ich finde es gut, dass du nicht nur auf den Andreas Babler einhaufst. Nein, das ist doch. Ich könnte jetzt auch auf HC Strache einhauen, dann haben wir den Freiheitlich auch noch dabei. Also wie gesagt, auch er natürlich mit Ibiza und Co. ein Thema. Also du siehst schon, das ist mir immer wichtig, weil viele Leute wollen einen natürlich auch einordnen. Wo steht denn der politisch und so weiter. Also ich stehe immer oder ich versuche so immer als möglich neutral zu sein. Und ich finde, dass es heute aus meiner Sicht gar keine Partei gibt, die zu 100 Prozent sagt, das wäre jetzt die.

39:59

Sondern ich finde in vielen Parteien etwas Gutes, wo ich sage, das ist eigentlich eine gute Idee oder das wäre eine gute Idee. Und am Ende mache ich das von Personen abhängig. Aber das war nur eine kurze Einschaltung. Was du gerade gesagt hast, ist eigentlich recht klar. Also für mich ist das, was du hier, kann man mit einem Wort zusammenfassen, Glaubwürdigkeit. Ja. Und dass der Politik die Glaubwürdigkeit verloren gegangen ist, weil sie Sachen verspricht, die sie nicht halten kann. Ja. Oder dilettantisch macht, schau dir bitte diese Lebensmitteleingriffe ein und so weiter. Bei der Butter. Ja. Weil das Glaubwürdigkeit nicht einmal freigelt.

40:34

Ja. Für vier Euro, Herr Spanis, die sind dann bei 200 Kilo Butter. So. Ja, jetzt esse ich auch zu Hause Butter. Ja. Aber nicht 200 Kilo im Jahr. Also, das merkst du ja nicht einmal. Und da sind die Leute, die verorschen uns. Die scheißen uns auf den Kopf. Jetzt direkt ausgedruckt. Und sie haben recht. Und das meine ich ja mit diesem Handwerklichen. Das Handwerk, das politische, strategische Handwerk ist abhandengekommen.

41:09

Ich weiß nicht, die sitzen alle in ihren Dienstwegen oder in ihren netten Büros. Und wenn es eine gehen, wenn es regnet, dann geben sie nicht nur den Regenschirm ab oder die Koppen ab, sondern gleich das Hirn dazu an der Garderobe, habe ich oftmals den Eindruck. Ja. Und das ist der Punkt. Und das merken die Leute draußen. Deswegen sage ich auch, Stichwort Pensionen, wir werden dort eingreifen müssen. Jetzt könnte man lange darüber diskutieren, einen eigenen Podcast machen, was, wie, wo. Am Ende des Tages ist es notwendig. Punkt. Aus. Ist es schmerzhaft? Ja. Wird es Verlierer geben? Ja. Machen. Ich kann an der Stelle auch gleich dazu sagen, weil wir langsam zum Ende kommen müssen.

41:47

Es wird auch in Zukunft eine Folge geben, wo ich das Thema behandeln werde. Ich freue mich auch, wenn du da zuhörst. Ja. Ich hoffe, wir haben euch einen guten Einblick geben können in das Thema und in den Beruf eines Politikers. Und ich würde sagen, die A-Frage, wird der Job eines Politikers schwieriger? Nachdem alles, was du erzählt hast, ja. Ja. Aber wenn man glaubwürdig ist, wenn man das auch verspricht, was man verspricht, auch einhalten kann, dann werden die Leute einem auch Vertrauen schenken. Absolut. Mir ist es wichtig zum Abschluss zu sagen, egal, was ihr, die jetzt da uns zugehört habt, wählt es oder nicht wählt es.

42:24

Wichtig ist, dass man, egal auf welcher Ebene, sei es auf der kommunalen Ebene, in der Gemeinde, in der Stadt, im Land, Nationalratswahl, EU-Parlamentswahl, dass man zumindest das Wahlrecht wahrnimmt. Weil immer mehr Leute sagen, es sind alles Trotteln. Ist ja direkt wieder hier ausgedrückt, aber dafür ist ja auch ein Podcast gut. Dass man ja auch andere Dinge sagen kann, die man vor der Kamera so nicht sagen kann, obwohl ich ja auch dort direkt bin, aber dann auch nicht so direkt im Podcast. Dass die alle sagen, das sind Trotteln und die geht ja gar nicht mehr hin. Weil das ist auch ganz schlecht in einer Demokratie.

43:00

Deswegen einfach auch der Aufruf. Aber wenn man sich nicht damit beschäftigt, zumindest das Hingehen und das Kreuzerl machen, weil es ist noch immer die beste Form, ist noch immer die Demokratie final. Auch wenn sie uns nicht immer gefällt, allen zusammen. Und auch wenn sie ihre in manchen Bereichen Schwächen hat, ist es noch immer gut, dass wir überhaupt die Wahl haben. Das gibt es leider nicht in allen Ländern. Das ist richtig. Demokratie ist kein perfektes System, aber das Beste, was wir haben, würde ich sagen, zum Abschluss.

43:38

Ein wunderbares Schlusswort. Danke dir fürs Dabeisein. Ich komme wieder. Ich freue mich sehr drauf. Wenn dir diese Folge gefallen hat, folge den Podcast, bewerte ihn und teile ihn mit Freunden. Ich freue mich immer über Feedback. Bis zum nächsten Mal. Ciao.

Weiterhören.